
Mit 20/20 wird die Qualität
deiner Sehfähigkeit gemessen. Wenn du einen 9mm großen Buchstaben
auf eine Entfernung von 6 Metern (20 Fuß) sehen kannst, hast du eine
20/20 Sehstärke. Wenn du den Buchstaben, der für 6 Meter gedacht
ist, in 12 Metern (40 Fuß) Entfernung sehen kannst, hast du eine 20/10
Sehstärke, usw.
Die Augentabelle ist von dem holländischen Ophthalmologen Herman Snellen
(1835-1908) entwickelt worden. Sein Assistent diente dabei als Maß für
normale Sehstärke. Die Entfernung von 6 Metern ist wichtig, da das Auge
sich für praktische Zwecke nur auf die ersten 6 Meter anpaßt. Wenn
ein Objekt in dieser Entfernung scharf gesehen wird, dann werden Objekte auf
einer weiteren Entfernung auch scharf gesehen.
Snellen setzte 9mm große Buchstaben in einer Reihe, und sein Assistant
konnte diese Zeile auf einer Entfernung von 6 Metern lesen, deshalb wird sie
die 20/20 Zeile genannt. Wenn alle Buchstaben auf der 20/20 Zeile mit einem
Auge gelesen werden können, dann spricht man von einer natürlichen
20/20 Sehstärke für Entfernungen in dem Auge. Größere
Buchstaben auf der Tabelle entsprechen Sehstärken von weniger als 20/20.
Ein schwarzer Buchstabe E, der 9mm hoch und breit ist und auf 6 Meter Entfernung
gelegt wird, füllt einen Bereich von 5° in der Macula aus. Wenn drei
schwarze und zwei weiße waagerechte Linien die gleiche Breite und Länge
haben, dann füllt ein senkrechter Strich oder eine weiße Fläche
einen Bereich von 1° in der Macula aus, Sehgrube (Fovea) genannt. Leute,
die extrem gut sehen können, fokussieren ihr Blickpunkt auf eine sehr
kleine Zentralfläche der Schlüsselpunkt zu den natürlichen
Sehtrainingsprinzipien.
Ein einfacher Weg, um die Sehschärfe zu messen, ist die Fähigkeit,
zwei Punkte zu unterscheiden, die sehr nahe aneinander gelegt werden. Diese
Methode ist von Arabern benutzt worden, um ihre Reiter auszusuchen. Sie wählten
lediglich nur diejenigen, die die beiden Sterne, die den zweiten “Stern”
des Henkels des Großen Wagens bilden, erkennen konnten. Eine Person
mit normaler Sehstärke kann zwischen zwei Punkte unterscheiden, wenn
sie 1mm voneinander entfernt sind und auf 10 Meter Entfernung gelegt werden.
Die beiden Punkte würden auf der Netzhaut 2 µm (Mikrometer) voneinander
entfernt sein. Die Augenschärfe wird durch die Zapfen, die einen Durchmesser
von 1-1,5 µm haben, begrenzt.
Dein Augenarzt entscheidet über die Brechung (die Maßeinheit der
Verschreibung, die in Dioptrien gemessen wird), die notwendig ist, um dich
mit der 100%igen Fähigkeit auszustatten, auf 6 Meter Entfernung scharf
sehen zu können. Deine Brille kompensiert Brechungsfehler und gewährleistet
20/20 Sehstärke. Es ist jedoch wichtig zu wissen, daß Kontaktlinsen
oder Brillen zu tragen absolut keine Wirkung auf die Verbesserung deiner Sehfähigkeit
haben.
Einige Optiker haben sogar darüber geschrieben:
“Brillengläser können ihre eigenen Probleme mit sich führen.
Es gibt oft unbeachtete Formen der Abhängigkeit für Minus-Linsen.
Die typische Brillenverordnung neigt dazu, das Sehnetzwerk zu überwältigen
und zu ermüden, und was oft nur ein vorübergehender Zustand ist
resultiert in eine lebenslängliche Situation, die sich hochwahrscheinlich
mit der Zeit verschlimmert.”
S. Gallup, Journal of Behavioural Optometry 5(5):115-120, 1994
“I have yet to hear of a research paper confirming the beneficial effect
of prescribing compensatory lenses. I am sure most optometrists will confirm
the clinical observation that patients who receive compensatory lenses for
full time wear are usually the ones who need a stronger prescription every
year.”
J. Liberman OD, Ph.D., Journal of the American Optometry Association, 47(8):
1058-1064,1976
Es ist bemerkenswert,
daß Brillengläser ursprünglich entwickelt wurden, um die Form
der Augapfel zu korrigieren. Zuerst mußte man ein Paar Gläser für
ca. drei Tage tragen, dann ein schwächeres Paar für weitere drei
Tage, usw., bis die Augen sich verbesserten. Dann wurden die Gläser dem
Augenarzt zurückgegeben. Zu irgendeinem Zeitpunkt sah jemand die komerzielle
Möglichkeit, den Leuten die Gläser zu verkaufen, anstatt nur ihre
Sehfähigkeit zu verbessern.
Der Unterschied zwischen einer objektiven Messung und der subjektiven Erfahrung
der Sehstärke ändert sich ständig. Die Meßinstrumente,
die die Optiker und Augenärzte benutzen, berechnen deine Sehschärfe
mit Hilfe eines Durchschnittes, der durch ein Dutzend Tests in einem weiteren
Test berechnet wird. Die Testinstrumente haben bis heute noch nicht den Empfindlichkeitsgrad
des menschlichen Auges erreicht. Es passiert auch etwas wenn du in ein Meßinstrument
hineinschaust, durch Ferngläser oder irgendetwas, was du deinen Augen
ganz nahe bringst, guckst. Testinstrumente kompensieren dafür in der
Formel, die sie benutzen, um deine Sehstärke zu messen. Der Fehlraum
ist plus/minus 0,5 Dioptrien, sowie der Unterschied zwischen den Meßinstrumenten.
Es ist durchaus normal, daß deine Sehstärke sich bis zu zwei Dioptrien
an einem Tag verändert je nachdem ob du morgens ausgeruht und
entspannt bist, oder abends müde bist und schlafen gehen möchtest.
Wenn du also deine Augen jede Stunde messen lassen würdest, würde
jede Messung anders sein. Du hast das wahrscheinlich erlebt, wenn du eine
neue Brille aufsetzt und sie deinen Augen weh tun. Mit anderen Worten sind
sie für deine jetzige Sehstärke überkorrigiert.