

Der fast kugelförmige Augapfel wird von der weißen, derben Lederhaut (Sklera), die vorn als durchsichtige Hornhaut (Cornea) ausgebildet ist, eingeschlossen. Innen liegt ihr die gefäßreiche Aderhaut auf, die an der Hornhautgrenze die ringförmige Regenbogenhaut (Iris) bildet. Die Pu-pille gibt die Sicht durch die Iris hindurch frei. Im Inneren des Auges ist der Glaskörper.
Hinter Iris und Pupille ist die Linse aufgespannt, die sich durch besondere glatte Muskeln abfla-chen oder stärker wölben kann. Die konvexe Gestalt der Hornhaut bewirkt das fokussierte Se-hen; wenn die Ziliarmuskeln zusammengezogen werden, ändert sich die Gestalt der Linse e-benso wie die äußeren Augenmuskeln, die die Form des Augapfels sich anpassen lassen.
Die Pupille paßt ihre Größe dem einfallenden Licht an, um Überbelichtung zu vermeiden. Die Gefäße der inneren Aderhaut sind Überbleibsel der fetalen Blutgefäße, die die Linse versorgt haben (Canalis hyaloidens). Die Aderhaut kleidet die innere Haut aus und hat braune pigmen-tierte Zellen, die Licht aufnehmen. Der Sehnerv verbindet die lichtempfindlichen Zellen mit dem Gehirn. Der Eintritt des Sehnervs wird als Blinder Punkt bezeichnet, er ist nicht lichtempfindlich.
Die Netzhaut besteht aus
lichtempfindlichen Zellen - die Zapfen für rot, grün, blau und die
Stäbchen für Schattierungen von grau bis weiß. Die Macula
ist ein gelber Fleck in der Netzhaut des Auges, der Punkt, auf den das Licht
natürlicherweise fällt, wenn das Auge im Ruhezustand ist. In der
Sehgrube (Fovea), dem vertieft liegenden Mittelpunkt der Macula, sind die
Zapfen am zahlreichsten und bewirken die schärfste Sicht. Die beiden
Augen leiten die visuellen, zweidi-mensionalen Eindrücke ans Gehirn weiter,
wo sie in dreidimensionales Sehen umgewandelt werden.
Die Netzhaut (Retina)
Die Netzhaut ist eine dünne Schicht von miteinander verbundenen Nervenzellen, die Licht in elektrische Impulse umwandelt - die Sprache des Nervensystems.
Es gibt zwei unterschiedliche Arten von lichtempfindlichen Zellen - Stäbchen und Zapfen, die so genannt werden, weil sie unter dem Mikroskop genauso aussehen. Sie sind in unterschiedli-cher Dichte gesetzt, die von außen nach innen stärker wird, im Zentrum der Fovea sind sie am dichtesten.
Die Zapfen arbeiten unter Tageslichtbedingungen und sind für die Farbensicht zuständig. Die Stäbchen treten in Funktion unter dämmerigen Lichtverhältnissen und geben nur die Schattie-rungen von grau wieder. Die Tageslichtsehfähigkeit, die nur die Zapfen beansprucht, nennt man photopisch, die graue Welt, die von den Stäbchen "gesehen" wird, ist die scotopische Sehwei-se.
Die Größe und Dichte der Zellen wird in dem Augenblick wichtig, wenn wir die Fähigkeit des Auges, feinste Einzelheiten wahrzunehmen, betrachten. Zitat aus "The Retina" von S.L. Ployak, C.U.P. Chicago, 1941:
"Das zentrale Gebiet, wo die Zapfen beinahe gleichmäßig dick sind, rund 100 µ im Durchmesser, entspricht etwa 20' oder einem Drittel eines Bogens. Es enthält ungefähr fünfzig Zapfen in einer Reihe. Dieses Gebiet scheint eher elliptisch als kreisförmig zu sein, mit der Längsachse horizontal, und enthält schätzungsweise 2.000 Zapfen."
Die kleinsten Zellen sind
1 µ groß, was ungefähr zwei Wellenlängen Rotlicht entspricht.
Die Gesamtzahl der Zapfen entspricht in etwa der Einwohner vom Großraum
New York.